Törnbericht Kanaren

Mitsegeltörn / Kojencharter:  Teneriffa - La Gomera - El Hierro - Teneriffa (11.-18.01.2020)

Die Kanarischen Inseln – geprägt vom Vulkanismus und beeindruckenden Steinformationen, ebenso wie mildem Klima und Atlantik-Feeling. Beim Anflug auf den Flughafen Teneriffa Süd zeigt sich uns die majestätische Spitze des Teide über den Wolken und wir sind gespannt auf die bevorstehende Woche.

Während wir uns unserem Ausgangspunkt, der Marina Los Gigantes auf Teneriffa nähern, können wir schon von Weitem die beeindruckende Felsküste sehen, die zugleich die längste weltweit ist. Im Schutz der Felsen liegt die Marina und auch unser Schiff, die Kreole.

Die erste Etappe führt uns nach La Gomera – die Insel, die wir von Los Gigantes aus bereits sehen. Bei leichter Brise und ca. 20 Seemeilen genießen wir den ersten Segeltag.

La Gomera ist heute bekannt für seine Naturschätze sowie unzählige Wanderrouten. Doch die Insel kann mehr. Schließlich startete Christoph Columbus von hier zu seiner legendären Route, auf der er Amerika entdeckte. Im Wissen dieser Geschichte fahren wir in die Marina von San Sebastian ein – eine geschützte Bucht mit Sandstrand, umringt von 

Hügeln und der Hauptstadt der Insel. Wir verstehen sofort, weshalb Columbus gerade diesen Startpunkt gewählt hat. Im Schatten riesiger Felswände genießen wir den Sonnenuntergang, beobachten die ankommenden Fähren und machen uns auf das Städtchen zu erkunden.

Wer auf Gomera ist, sollte unbedingt einen Landausflug einplanen. Die Touristeninformation im Zentrum neben der Kirche bietet reichlich Material hierzu und direkt neben dem Fähranleger befinden sich einige Autovermietungen. Mit Blick auf die Karte liegt unser Hauptziel schnell fest, der Nationalpark Garajonay mit seinen von Moos bedeckten Bäumen. Entlang der Serpentinen schlängeln wir uns Stück für Stück weiter nach oben, nach jeder Kurve belohnt mit einer grandiosen Aussicht, sei es in Richtung Meer oder ins Landesinnere. Hier lohnt es sich immer wieder einmal an den zahlreichen Foto-Stopps anzuhalten und die Schönheit der Insel in sich aufzunehmen, so z.B. der einem Hinkelstein ähnelnde Felsen Los Roques. Im Nationalpark angekommen spazieren wir durch dichte Wälder, immer wieder umringt von Vogelgezwitscher. Unsere Rundfahrt führt uns weiter nach Vallehermoso, Agulo und schließlich über Hermigua wieder zurück nach San Sebastian. Wir bewundern die kleinen malerischen Dörfer, Bananenplantagen sowie den Pflanzenreichtum der Insel. Ein erfüllter Tag liegt hinter uns.

Der Wind steht günstig. So heißt es am nächsten Tag früher aufstehen und bei Sonnenaufgang los mit Kurs auf El Hierro. Noch lange begleitet uns die Küste von La Gomera mit faszinierenden Felsen und wir können nur erahnen, was uns nach der Inselabdeckung erwartet. Bei 5 Beaufort und guter Reisegeschwindigkeit erreichen wir nach ca. 8 Stunden und 40 Seemeilen unser Ziel, begleitet von unverwechselbaren langgezogenen Atlantikwellen. In der Marina Puerto de la Estaca machen wir an modernen Schwimmstegen fest. Nur ein paar weitere Segler sind dort. Ein erstes Auskundschaften der Umgebung bestätigt, außer dem Fähranleger und einem Café im Gebäude gibt es hier nicht viel, dafür wieder eine beeindruckende Kulisse von Felsen. Wir freuen uns aufs Kochen und genießen Leckeres an Bord. Beim Abendspaziergang entdecken wir den neu ausgebauten Strand mit Steinliegen und Treppen direkt ins Wasser – eine willkommene Gelegenheit dies am nächsten Morgen zum Schwimmen auszuprobieren!

Ähnlich wie La Gomera sollte man auch für diese Insel, die seit einigen Jahren von der Unesco zum Geopark ernannt wurde, einen Ausflugstag einplanen. Es empfiehlt sich, den Mietwagen bereits mindestens einen Tag im Voraus online oder telefonisch zu reservieren. Alternativ bietet der wenige Kilometer entfernte Flughafen flexiblere Möglichkeiten. Wir starten unsere Entdeckungstour mit dem ersten Ziel, dem Aussichtspunkt La Pena. Dieser wurde vom kanarischen Künstler César Manrique gestaltet und wir erfahren, dass auch El Hierro stark vom Einfluss dieses Künstlers und seinem unverkennbaren Stil geprägt ist, ebenso wie andere kanarische Inseln. Begeistert vom kleinen Garten mit unzähligen Pflanzen schlendern wir weiter zum Haupthaus. Der Atem stockt uns als wir die gigantische Aussicht erleben – ein Hochplateau, das steil nach unten abfällt, mit Städten und Industrie in der Ebene und Felsen, die schließlich ins Meer münden. Wie gebannt genießen wir die Eindrücke und beschließen bei Kaffee und Schokolade noch etwas zu verweilen.

Weiter geht die Fahrt durch die Frontera, einem Naturschutzgebiet, welches uns noch weiter in die Höhe bringt auf ca. 1400 Meter. In Serpentinen geht es wieder bergab und wir machen einen kurzen Stopp bei der Iglesia de Nostra Sra. de La Candelaria, eine Kirche, dessen Glockenturm separat auf einem Vulkanhügel errichtet wurde. Unser nächstes Ziel ist der Leuchtturm Faro de Orchilla, ganz im Westen der Insel. Ca. 45 min Autofahrt liegen vor uns, denken wir...doch was uns an diesem Tag noch erwartet ist beinahe unbeschreiblich. Die Straßen und Serpentinen werden schmaler und enger. Vorbei an Sabinosa, bekannt für das Handwerk des Korbflechters, fahren wir weiter entlang der Küste, umringt von steilen Vulkanhängen auf der einen und Meer auf der anderen Seite. Erneut geht es in Schleichfahrt bergauf, gesäumt von charakteristisch ‚verformten‘ Bäumen der Insel an dieser Stelle, geprägt von Wind und Natur. Dann sehen wir unser Ziel den Leuchtturm weit unten und beginnen unsere Fahrt durch eine karge und fast bizarre ‚Mondlandschaft‘, passieren dabei den berühmten Punkt des Nullmeridians. Wir lassen die Stille, den Turm und die Felswüste auf uns wirken und es entsteht ein bisschen das Gefühl ‚am Ende der Welt‘ zu sein. Von dort aus treten wir die Rückfahrt an mit kurzem Halt über das Kloster Santuario de Nostra Sra. de Los Reyes. Was wir nicht ahnen, auch diese Route führt uns wieder bergauf und bergab, dieses Mal durch riesige Kiefernwälder. Ein spontaner Stopp – Schafe auf Nachmittagstour. Diesen ereignisreichen Tag lassen wir in einem kleinen Lokal in der Inselhauptstadt Valverde bei Pizza und hiesigem Wein ausklingen.

2 Tage bleiben uns nun noch, um wieder nach Teneriffa zu kommen. Der nächste Tag führt uns zurück nach San Sebastian auf La Gomera, wieder begleitet von den inzwischen bekannten langgezogenen Wellen. Noch einmal lassen wir uns im ‚El Pajar‘ die fantastische Fischsuppe und den Octopus schmecken. Durch Zufall dürfen wir an diesem Tag ein Folklorefest miterleben und schauen begeistert einige Zeit den traditionellen Tänzen, historischen Bildern und feiernden Menschen zu.

Nach einer kleinen morgendlichen Joggingrunde entlang der Promenade und gutem Frühstück bringt uns unsere letzte Etappe zurück nach Los Gigantes, den Teide fest im Blick. Schon von Weitem erkennen wir die familiäre Steilküste und beschließen uns direkt davor noch etwas treiben und beeindrucken zu lassen von der Schönheit der Natur. Vielleicht sehen wir auch Wale oder Delfine? Ein letztes Mal anlegen, dann die Felsen auf sich wirken lassen, die jetzt von der untergehenden Sonne rot leuchten. Bei Fisch, kanarischen Kartoffeln, Mojo Sauce und gutem Wein lassen wir die Tage revue passieren – es war ein idealer Törn, der viele bleibende Eindrücke hinterlässt und Lust macht, diese Inseln wieder einmal zu besuchen!

Wer noch etwas Zeit einplant, der kann Teneriffa für sich entdecken mit Ausflügen in die Hauptstadt, in einen der Parks oder hinauf zum Teide.

Christine Mack, 27.01.2020

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